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Welche Seidenarten gibt es?

Maulbeerseide, Wildseide, Muga und Eri: Herkunft und Eigenschaften verschiedener Seidenarten.

Seide ist nicht gleich Seide. Aussehen und Haptik unterscheiden sich je nach Seidenraupenart, ihrer Nahrung und der Verarbeitung der Faser zu Garn. Maulbeerseide ist am weitesten verbreitet, doch es gibt auch Wildseide und seltenere Sorten.

Was ist Maulbeerseide?

Maulbeerseide wird von der Seidenraupe Bombyx mori erzeugt. Sie wird eigens für die Seidenproduktion gezüchtet und vorwiegend mit Maulbeerblättern gefüttert.

Aus ihrem Kokon wird ein langer, feiner und gleichmäßiger Faden gewonnen, der zur Weichheit, Feinheit und ebenmäßigen Erscheinung dieser Seide beiträgt.

Die Faser kann anschließend auf viele Arten verarbeitet werden: zu Twill, Satin, Chiffon, Crêpe oder Organza. Maulbeerseide bezeichnet also die Herkunft der Faser, nicht eine Stoff- oder Webart.

Sie ist heute die am häufigsten für Schals, Seidentücher und viele Seidenkleidungsstücke verwendete Seide.

Was ist Wildseide?

Der Begriff Wildseide umfasst verschiedene Seiden, die von anderen Arten als Bombyx mori erzeugt werden. Der Begriff ist jedoch weit gefasst: Einige dieser Arten werden ebenfalls gezüchtet oder teilweise domestiziert.

Tussar, auch Tussah genannt, ist eines der bekanntesten Beispiele. Die Seidenraupen ernähren sich von verschiedenen Baumarten und erzeugen häufig von Natur aus beige, goldene oder hellbraune Seide.

Im Vergleich zu Maulbeerseide ist die Faser meist unregelmäßiger und stärker strukturiert. Dadurch wirken die Stoffe weniger glatt und natürlicher.

Auch Eri- und Muga-Seide werden häufig dieser weit gefassten Gruppe zugeordnet, obwohl sich Aufzucht und Herstellungsverfahren unterscheiden.

Welche Seide ist am luxuriösesten?

Maulbeerseide wird am häufigsten mit luxuriösen Stoffen verbunden. Ihre langen, feinen und gleichmäßigen Filamente ermöglichen besonders weiche, glatte und ebenmäßige Textilien.

Auch seltenere Seiden können sehr geschätzt sein. Muga-Seide zum Beispiel, die vor allem im indischen Assam hergestellt wird, ist für ihre natürliche goldene Farbe und begrenzte Produktion bekannt.

Der luxuriöse Charakter von Seide hängt von weit mehr als der Sorte ab: Garnqualität, Gleichmäßigkeit der Webart, Färbung, Druck und Veredelung tragen alle zum Ergebnis bei.

Was ist der Unterschied zwischen Satin und Seide?

Seide ist eine Faser, Satin eine Webart. Satin kann daher aus Seide, aber auch aus Polyester, Viskose oder anderen Fasern hergestellt werden.

Seidensatin ist Satin aus Seidengarn. Er ist meist an seiner glatten, glänzenden und sehr weichen Oberfläche zu erkennen.

Aus Seide lassen sich auch andere Stoffe wie Twill, Crêpe oder Chiffon herstellen. Die Bezeichnung „Satin“ allein sagt deshalb nicht aus, ob ein Stoff tatsächlich aus Seide besteht.

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